Young Romani Artists

Vernissage

Mit YOUNG ROMANI ARTISTS präsentieren wir junge Künstler*innen der Minderheit aus ganz Europa, die in unterschiedlichen Medien arbeiten. Sie zeigen die Vielfalt und Qualität der zeitgenössischen Kunst der Sinti und Roma. Sie zeigen eine Kunst, die am internationalen Diskurs teilhat und nur zuweilen einen direkten Bezug zu Traditionen der Minderheit herstellt. Eine Kunst, die ihre Freiheit nutzt, und die uns dabei zum Erhalt ebendieser Freiheit aufruft.

In den letzten Jahren hat sich für die Anerkennung der Kultur der Sinti und Roma viel getan: Es gelang zum Beispiel, einen von Generationen von Aktivist*innen und Kulturschaffenden gehegten Traum zu verwirklichen und mit dem ERIAC (European Roma Institute for Arts and Culture) mit dem Sitz in Berlin endlich eine europäische Institution zu schaffen, deren Mitglied die Galerie Kai Dikhas nun geworden ist. Auch die Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas 2012 und die Ansiedlung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma 2015 in Berlin waren große Erfolge.
An dem Prozess der Anerkennung und des Sichtbarwerdens der Minderheit und den politischen Erfolgen hatten stets Künstler*innen einen maßgeblichen Anteil, in dem sie ein neues Bild der Sinti und Roma in das öffentliche Bewusstsein bringen - ein Selbstbild, welches selbstbewusst - mal fordernd, mal mahnend - den zahllosen Fremdbildern entgegentritt. Nicht zuletzt hat die Galerie Kai Dikhas mit mehr als 90 Ausstellungen in den letzten Jahren zur Sichtbarkeit der zeitgenössischen Kunst der Sinti und Roma beitragen können. Der Generation Künstler*innen, die dabei im Zentrum standen, folgt nun eine neue, der die aktuelle Ausstellung gewidmet ist und die die neugewonnene Aufmerksamkeit zu nutzen wissen wird.

Nicht ohne Ironie greift der Ausstellungstitel die möglicherweise erfolgreichste Marketing-Maßnahme einer Galerie für eine Künstler*innengruppe auf: die YOUNG BRITISH ARTISTS der Londoner Saatchi Galerie. Denn im Gegensatz zu ihren Namensgebern trifft bei unseren Künstler*innen technische Brillanz auf gesellschaftlichen Wandel. Wir als Betrachter nehmen Anteil an einer künstlerischen Revolution, einer Selbstermächtigung der Kunst, die sich im Glauben an eine bessere Zukunft über Jahrhunderte von Ausgrenzung und Verfolgung erhebt. Nicht nur deshalb haben diese jungen Künstler*Innen dieselbe Aufmerksamkeit und den entsprechenden Erfolg wie ihre britischen Kolleg*innen in den späten neunziger Jahren verdient.

Mit Werken von EMANUEL BARICA, TIBOR CERVENAC, GEORGE MIHAI VASILESCU, MALGORZATA MIRGA-TAS, MARINA ROSSELLE, MERSUD SELMAN & DAVID WEISS.

Termine

Fr 07.12.2018 | 19:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei