Marina Rosselle & Dan Turner. Grow

Ausstellung

Sinti und Roma finden sich, ganz so wie Künstler_innen an sich, oft am Rand der Gesellschaft wieder. So befinden sich auch die Plätze für nicht seßhaft lebende fahrende Manouche in Frankreich meist am Rand der Städte an oft unwirtlichen Orten. Zwischen brechenden Asphalt und Schotter beobachtet Marina Roselle Wildkräuter, die für sich eine Nische gefunden haben und sich oft mit grazilen Blüten gegen die harte Wirklichkeit durchsetzen. Die Künstlerin lässt sich von diesen Pflanzen zu zarten Zeichnungen, Grafiken und Installationen inspirieren und es entsteht ein persönliches Bild der Wirklichkeit ihrer community. 

Der britische Künstler Dan Turner arbeitet ebenfalls aber auf eine ganz andere Weise mit dem Thema der Wildkräuter: Er beruft sich auf das traditionelle Wissen der britischen Traveller um Kräuter und spielte so auch mit dem Thema des Roma nachgesagten Hexenwissens. Turner, der Bildhauerei studierte und dessen Arbeiten Teil des 3. Pavillons der Sinti und Roma FutuRoma auf der 58. Biennale in Venedig zu sehen war, kuratiert von Dr. Daniel Baker im Auftrag des ERIAC, sät in performativen Aktionen die Kräuter selbst. Die dann wachsenden Pflanzen dehnen den Begriff der Skulptur. Es zeigt sich das Wunder des Wachsens und wir wissen, dass selbst kleine Wurzeln große Steine brechen können. So sind die Arbeiten der beiden präsentierten Künstler_innen ein kraftvolles Zeichen für die Macht der Kunst und die resistente Emanzipationsbewegung der Sinti und Roma. Dan Turner sagt „Let it grow!“

 

Vernissage am 20.02.2020 um 19:00 Uhr in Anwesenheit der Künstler_innen.

Termine

Fr 21.02.2020 | 14:00 Uhr bis Sa 28.03.2020 | 18:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei