Der politische Salon

Vortrag & Diskussion

Aufarbeitung des Völkermordes an den Sinti und Roma in der BRD und DDR / Deutungsmuster der Erinnerungskultur vor und nach der Wende

mit Vernissage Heute ist gestern. Ceija Stojka und die Sammlung Kai Dikhas

Es hat lange gebraucht bis der Völkermord an den Sinti und Roma von deutscher Seite anerkannt wurde. In der jungen Bundesrepublik gab es stattdessen polizeiliche Sondererfassung der Minderheit durch ehemalige Täter des “Reichssicherheitshauptamtes”, die erneut zur Stigmatisierung und Kriminalisierung der Minderheit führte, da die ehemaligen SS-Offiziere mit der wiedergewonnenen Deutungsmacht über Sinti und Roma sich zu entlasten und zu exkulpieren suchten, indem sie die Völkermordverbrechen leugneten und als “kriminalpräventive” Maßnahmen kaschierten und so eine Auseinandersetzung und Aufarbeitung der eigenen Verbrechen damit lange Zeit erfolgreich verhinderten.

Erst am 17. März 1982 wurde der an den 500 000 Sinti und Roma begangene Völkermord aus rassistischen Gründen unter Kanzler Helmut Schmidt anerkannt.

Welchen Stellenwert hatte die Auseinandersetzung mit der NS Verfolgung für die wenigen Sinti und Roma in der DDR? Wie verhielt es sich mit Anerkennung der Sinti und Roma als “Opfer des Faschismus”, der Entschädigungspraxis für die erlittene NS-Verfolgung, der Politik des Erinnerns und des offiziellen Gedenkens? Wie war die Rolle der Minderheit in der gesellschaftlichen und politischen Wahrnehmung in der DDR? Wie sah die Situation der Sinti und Roma in beiden Teilen Deutschlands in der Nachkriegszeit aus? Gab es eine Erinnerungskultur, und wenn ja, wie wurde erinnert? Wie steht es um das Bewusstsein bzgl. des Völkermords an Sinti und Roma in Berlin und Brandenburg heutzutage?

Nach dem Einlass um 18.00 Uhr, einer kurzen Begrüßung um 18.30 Uhr sowie einem Vortrag zum Thema “Aufarbeitung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in der SBZ/DDR und der Bundesrepublik” um 18.40 Uhr erfolgt ab 19.00 Uhr die Podiumsdiskussion sowie im Anschluss ab ca. 20.30 Uhr ein kleiner Empfang.

Die gesamte Veranstaltungsreihe “der politische Salon” wird in Kooperation mit dem Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V. geplant und durchgeführt.

Moderation: Shelly Kupferberg
Vortrag: Dr. Jane Schuch (HU Berlin)
Diskutanten/-innen: Prof. Dr. Günter Morsch (Gedenkstätte Sachsenhausen), August Weiß, Dr. Anette Leo (Historikerin Berlin), Petra Pau (MdB, Vizepräsidentin des deutschen Bundestages)

Melden sich bitte online an.
Ansprechperson: Thomas Gill, E-Mail: thomas.gill@senbjf.berlin.de, Telefon: (030) 90227 4961

Termine

Fr 27.01.2017 | 18:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei, mit Anmeldung