Parchim International

Filmvorführung und Gespräch
im Rahmen von Mayors / Players / Urban Visions

stadtkultur international ev lädt zum vierten und vorerst letzten Abend der Dokumentarfilmreihe ein:

MAYORS / PLAYERS / URBAN VISIONS
Geschichten von Stadtentwicklungsprojekten in China und Deutschland zwischen Vision und Scheitern, Macht und Ohnmacht.

PARCHIM INTERNATIONAL

2007 kauft der chinesische Investor Jonathan Pang einen alten Militärflughafen in Mecklenburg-Vorpommern. In einer kleinen Stadt namens Parchim will er eine internationale Drehscheibe für Flugfrachtverkehr zwischen China, Europa und Afrika schaffen. Herr Pang hat sich nichts weniger vorgenommen, als die internationalen Warenströme umzulenken und aus Parchim eine neues Zentrum der Globalisierung zu machen. Aber passt seine Idee auch in die norddeutsche Realität? Die Arbeitslosenquote ist hoch, der Flughafen liegt seit 17 Jahren brach. Ein Container auf Stelzen dient als provisorischer Tower, die Landebahn bröckelt, und die Belegschaft spricht kein Englisch.

Der Dokumentarfilm Parchim International entdeckt in dem kleinen Flughafen einen faszinierenden Ort, eine Art Zeitmaschine, in der sich Geschichten aus der großen weiten Welt und aus der tiefsten Provinz begegnen, aus der europäischen Geschichte und der globalen Zukunft. Die einen hoffen auf fette Gewinne, die anderen auf einen festen Abeitsplatz. Das Aufeinandertreffen der Lebenswelten und kulturellen Hintergründe erzählt der Film als Tragikkomödie mit bitteren Einblicken in die skurrile Realität des Kapitalismus.

Sieben Jahre lang haben die Filmemacher Stefan Eberlein und Manuel Fenn den Investor begleitet. Sie folgten ihm zu neureichen chinesischen Geschäftsleuten, einem freundlichen deutschen Landrat, einer netzwerkenden Bundestagsabgeordneten und in die chinesische Provinz, Jonathan Pangs Heimat Henan.

Parchim International wurde auf vielen Dokumentarfilmfestivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet, so z. B. als bester Dokumentarfilm beim 12. „Achtung Berlin – new berlin film award“, beim 26. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern, mit der ARD Programmprämie in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ und dem NDR-Fernsehpreis „Sehstern“ in der Kategorie „Beste Dokumentation“.

ein Film von Stefan Eberlein und Manuel Fenn, D 2015, 90 Minuten

Im Anschluss Gespräch mit:

Manuel Fenn (angefragt), Co-Regisseur und Kameramann von Parchim International, lebt seit 1993 in Berlin. 2001 Abschluss des Studiums an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg, Abteilung Kamera. Seit 1996 freier Kameramann und Regisseur.

Sanna Rehfeld, Sanna Rehfeld, Stadt- und Regionalplanerin im Bezirksamt Mitte von Berlin für die verbindliche Bauleitplanung, seit 2015 Regionalsprecherin Berlin-Brandenburg in der Vereinigung der Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL e. V.

Jochen Noth, von 1979 bis 1988 Journalist und Hochschullehrer in Peking. Seitdem an zahlreichen Projekten der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet, im Technologietransfer, zuletzt in der beruflichen Bildung, beteiligt.

Nach dem Gespräch ist Zeit für Diskussion und Getränke.

Mayors / Players / Urban Visions ist eine Filmreihe von stadtkultur international ev mit freundlicher Unterstützung der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL und urbanophil.

ZUR FILMREIHE: Städtebauliche Großprojekte sind gemeinhin Symbole für Fortschritt und Modernität. Mayors / Players / Urban Visions begleitet die Protagonisten solcher Vorhaben in der chinesischen und der deutschen Provinz. Was treibt sie auf die große politische Bühne? Und was sagen ihre Ideen, ihre Handlungen, ihr Gelingen oder auch ihr Scheitern über unsere Gesellschaften aus? Warum ähneln sich, trotz aller kulturellen Unterschiede, die Geschichten doch teilweise frappierend? Was können wir daraus über Utopien, Motive, Macht, Verführung, unser Kulturverständnis und uns selbst lernen?

Hinweis zum Veranstaltungsraum CLB Berlin:
Der Haupteingang zum Veranstaltungsraum CLB befindet sich auf der rechten Seite des Aufbau Hauses im Erdgeschoss und ist direkt vom Gehweg in der Oranienstraße zugänglich (große Schaufenster). Die Haltestellen Moritzplatz der U8 und der Buslinie M29 liegen direkt vor dem Haus.

Termine

Mi 18.04.2018 | 19:30 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei