Kali Berga. Der schwarze Berg

Ausstellung
Eine Ausstellung der Künstlergruppe Jaw Dikh!

Nach einigen Jahren des intensiven Austauschs mit der polnischen Roma-Künstlergruppe Jaw Dikh! (Offener Blick) um Małgorzata Mirga-Tas zeigt die Galerie Kai Dikhas nun Kali Berga. Der schwarze Berg, eine von Dr. Wojciech Szymanski kuratierte Gruppenausstellung. Małgorzata Mirga-Tas, Bogumiła Delimata, Ladislava Gažiová, Damian Le Bas, Delaine Le Bas und Emília Rigová zeigen Arbeiten, die 2016 entstanden sind und zuerst in der Galerie Księgarnia / Wystawa in Krakau zu sehen waren.

Die Künstler_innen von Jaw Dikh! kommen aus Czarna Góra oder Kali Berga (Schwarzer Berg), wie es auf Romanes heißt, einem Dorf, das die beiden Regionen Podhale und Spiš verbindet und dabei auch zwei Gemeinschaften beheimatet, die Goralen und die Roma.

Der Titel verortet den Ursprung der Ausstellung nicht nur klar, sondern erstellt ein mehrschichtiges Bedeutungskonstrukt: Der Kali Bari Berga ist ein großer schwarzer Berg, aber Kali Berga ist auch ein Durchgangsort mit dem Blick auf die höher gelegenen Regionen Bukowina und Białka Tatrzańska. Und diese Perspektive ist eben nicht nur landschaftlich zu verstehen, sondern bestimmt auch das Zusammenleben der Communities der Goralen und Roma: Die anderen, die Nicht-Ansässigen, bevorzugen die Vogelperspektive, den (Welt-)Blick nach unten – von oben herab.

Gerade deshalb ist aber der erwidernde Blick von unten nach oben eng verbunden mit dem Ort Czarna Góra. Ist es infolgedessen nicht völlig berechtigt, Kali Berga als eine Metapher zu betrachten? Kali Berga ist auch der heilige Berg der indischen Göttin Kali, der Göttin der Zeit, des Wandels und der Zerstörung. Kali verkörpert der Legende nach die Mutter aller Roma, die berühmteste schwarz(-häutige) Figur in der polnischen Literatur, die immer als die Figur des Fremden galt. In diesem Sinne wird der schwarze Berg zu ihrem Berg, zu Kalis Berg.

Kali Berga ist ein Ort des Zusammenkommens. Ein Ort unmerklicher Veränderungen, an dem die Zeit kaum Spuren hinterlässt. Er ist, das wird man sehen, ein magischer Berg.

Eine Ausstellung in Kooperation mit Jaw Dikh! mit freundlicher Unterstützung des Instytyt Adama Mickiewicza.

05 Mi 19:00 | Eintritt frei | Vernissage

Ausstellung bis 03.06., Mi – Sa 12:00 – 18:00 und nach Vereinbarung, Sonderöffnungszeiten zum Gallery Weekend 28. – 30.04. 11:00 – 19:00

Termine

Do 06.04.2017 | 12:00 Uhr bis Sa 03.06.2017 | 18:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei