George Vasilescu. Darkening the darkness

Ausstellung

In jedem Menschen herrscht Licht. George Vasilescu

Der junge rumänische Künstler George Vasilescu beschäftigt sich in der Ausstellung, die ihren Titel einer Zeile des rumänischen Schriftstellers Nikita Stanescu, „Die Verdunkelung der Dunkelheit ist das Tor zum Licht“ entliehen hat, mit Malerei. Uns begegnen dunkle, pastos gemalte Gestalten. Menschen, die dem Künstler zum Teil nur zufällig und oft nur flüchtig begegnet sind, die aber im Malprozess zu seinem eigen wurden. Indem er sie malt, werden sie zu seinen Doppelgängern. Sie drücken das aus, was er empfindet, sie sind zu seiner Welt geworden. Es sind zumeist arme Menschen; George Vasilescu schafft ein Abbild und somit eine Solidarisierung mit der rumänischen Unterschicht. Seine Figuren scheinen der Hoffnungslosigkeit, dem Elend und schicksalhaften Versagen verhaftet, doch in Verwendung von Dunkelheit, ja gerade dem in Öl aufgetragenen Schwarz, will der Künstler das Licht ausdrücken. Gerade in seiner Abwesenheit wird es sichtbar. Der Künstler sucht das Licht, welches von seinem Schwarz aufgesogen wird, während ein Weiß es bloß reflektieren würde.
Vasilescus Gemälde sind Bilder über den latenten Abgrund der Menschen, über Angstzustände und Schmerz. Denn was da bleibt, ist Emotion - der Antrieb zum Leben, der das gewisse Etwas des Werdens und unseres Daseins ist. Vasilescus Personal findet keine Ruhe, sondern Unruhe. Es sind Menschen, die in Illusionen gefangen sind. Es geht dem Künstler nicht um die Darstellung materieller Armut in Rumänien, sondern um die Entwürdigung der Personen, die aber vielleicht gerade im Zustand des Elends eine Verwandlung erleben können und so vielleicht die Wahrheit von Liebe erfassen.

Wie schon in seiner ersten Solo-Ausstellung in der Galerie Kai Dikhas präsentiert George Vasilescu mit „Darkening the Darkness“ eine formal wie inhaltlich tiefgründige künstlerische Lebensreflektion, die an nicht weniger als die existenzielle Bedingung unseres Lebens herangreift. Seine Bilder führen uns dahin, wo wir vielleicht nur ungern sein wollen; die Augen seiner Porträtierten sehen Dinge, die wir nicht sehen wollten, die uns selbst aber nur umso klarer hervortreten lassen. Wie so oft ist es die Perspektive vom Rand, die den Menschen sichtbar macht.

Die doppelgängerhafte Beziehung zwischen mir und meinen Gestalten ereignet sich vor der Leinwand als künstlerischer Schöpfungsmoment. Eine Art von Spaltungsfantasie, indem ich einen Sinn aus diesen Begegnungen mit meinen Gestalten heraus zu reflektieren und zugleich über mein eigenes Leben nachzudenken versuche. Dabei entziehen sie sich jeglicher Art von Frustration, sowie ich mich dem Irrsinn des Alltags entziehen will… Diese Werke werfen einen anderen Blickwinkel auf mein künstlerisches Ego, auf unsere unmittelbare Umwelt und verzeichnen somit eine Kehrtwende von meiner bisherigen figurativen Malerei. Eine Art "Doppelgänger"…  George Vasilescu

Termine

Sa 09.09.2017 | 14:00 Uhr bis Fr 24.11.2017 | 18:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei