Der Müllhubschrauber

Film & Gespräch

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Fakten/ Fiktionen* Menschen im Objektiv

Einleitung und Gespräch: Jaques Delfeld sen.

Zum Film:
In der Stille der Nacht fliegt einzig der Müllhubschrauber von Tor zu Tor. Gesteuert wird er von einem anarchischen Poeten aus der Zukunft, lebenslang dazu verurteilt, den Schlick der Fantasie zu sammeln. Dieses surreale Bild des schwedischen Dichters Gunnar Ekelof eröffnet eine nicht minder eigenwillige Reise:
Eine alte Roma-Dame sehnt sich nach ihrer Wanduhr, die schon ein Jahr beim Uhrmacher liegt. Also ruft sie ihre Enkelin an, und wenig später setzt sich ein Saab in Bewegung. Mit an Bord: die Uhr, drei Reisende, von denen einer sich leidenschaftlich an Kreuzworträtseln versucht, eine Rolle Luftpolsterfolie und eine Anlage, die vor Blitzern warnt. Unbewegte, schwarz-weiß fotografierte Einstellungen fangen Momente einer beinahe endlosen Fahrt ein, die mitten ins Bizarre der schwedischen Gesellschaft führt – und zugleich subtil manches über deren Umgang mit Minderheiten verrät.

Schweden 2015, 100 Min., schwedische Originalfassung (teilw. Romani) mit deutschen Untertiteln
Regie: Jonas Selberg Augustsén
Drehbuch: Jonas Selberg Augustsén
Darsteller: Christopher Burjanski (Baki), Daniel Szoppe (Saska), Jessica Szoppe (Enesa), Singoalla Millon (Sirpa)

Zum Referenten:
Jacques Delfeld ist geschäftsführender Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti, Landesverband Rheinland-Pfalz, stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Mitglied im Fachbeirat zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz, Mitglied im Landesbeirat für Migration und Integration und Mitglied im Rundfunkrat des SWR.

Er wurde 1951 geboren und ist in Luxemburg viersprachig aufgewachsen. Seit 1988 vertritt er als Landesvorsitzender die Interessen der ca. 10.000 in Rheinland-Pfalz lebenden Sinti und Roma. Von ihm stammen zahlreiche Referate, Publikationen, Veröffentlichungen und die Leitung von Arbeitsgruppen zu den Themen: Vorurteile in der Gesellschaft, Rassismus und Antiziganismus, Minderheitenschutz, diskriminierende Behördenpraxis, Diskriminierung in den Medien, Entschädigung, Jugendarbeit und kulturelle Identität der ethnischen Minderheit.

Termine

Mi 20.06.2018 | 20:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei