Charles Howard. FACELIFT

Vernissage

Primär inspiriert von kontroversen Rekonstruktionen bestimmter historischer Wahrzeichen in Berlin, erforscht die Serie von Collagen Einfluss und Auswirkung von Gebäudefassaden auf das Auge des öffentlichen Betrachters.

Gehen diese Rekonstruktionen ehrlich mit ihrer Zeit und ihrem Betrachter um, indem sie vermeintliche Werte durch historische Ornamente vortäuschen? Es überrascht, das nach fast einem Jahrhundert abgeschaffter Monarchie in Deutschland, noch heute Versuche unternommen werden, dieses Bild klassizistischer und royaler Architektur wieder aufleben zu lassen.

Zu vergleichen ist dies mit dem Herauspicken einer, aus historischer Sicht akzeptablen Epoche, um protzige Reinterpretationen in der heutigen Zeit zu rechtfertigen. Diese Absurdität schafft langsam eine urbane Landschaft des Irrsinns, ohne architektonische Absicht. Um zu beweisen, dass in Berlin „Kultur“ geboten werden kann, wird das Stadtbild geliftet. 

Das Fehlen jeglicher Art von Kontext wird dabei in Kauf genommen und die Haltung der eigenen Bürger missachtet.

Auf diese Anmaßungen bezieht sich der Künstler mit seinen Collagen. Mit einem Augenzwinkern entkleidet er Gebäude, reduziert sie auf das Wesentliche, indem er ihnen ihre falschen Fassaden und Werte nimmt. Er taucht sie in Beton, um eine reine Vermittlung von Masse und Volumen zu erzielen. So können sie stolz für sich selbst stehen.

Mit dieser Art von Monumentalisierung wägt der Künstler den Stellenwert von Raum ab. Er zeigt entschieden Einfachheit und Reinheit auf, welches rückwirkend mit Ehrlichkeit gewürdigt werden kann.

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Ausstellung bis 15.12.2017, Öffnungszeiten Mo-Fr 9-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr 

Inspired primarily by controversial reconstructions of certain historical landmarks in Berlin, this series of collages explores the impact and appearance of facades to the public eye.

Are these reconstructions being honest with their époque and audience by falsifying value with historical ornaments? It is somewhat surprising that, almost a century after Germany has ceased to be a monarchy, attempts are still underway to recreate some of its lost classic and royal architecture.

This is comparable to nit-picking an acceptable period in history to justify some pretentious reinterpretation.

This absurdity is slowly, creating an urban folly landscape with no real architectural purpose. It is out of context in all aspects, disregarding the opinions of its own citizens to project a facelift version of itself to future onlookers that Berlin can offer, “culture”.

Upon these pretensions, the artist therefore offers his own tongue-in-cheek interpretation throughout the city by undressing buildings, stripping them entirely of their fake facades and value, bathing them in concrete to stand tall and proud, exposing nothing but mass and volume.

Interpreting this monument approach, the artist considers the importance of the space, revealing simplicity and purity that can be appreciated in its own defining honesty.

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Exhibition til 15.12.2017, Öffnungszeiten Mon-Fri 9-20 hrs, Sat 10-18 hrs 

Termine

Fr 17.11.2017 | 19:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei