Interview mit Matthias Koch im aktuellen Buchreport
3. Januar 2012 - 13:00
Wohin Matthias Koch mit dem Aufbau Verlag steuern will
Literarisches Aushängeschild der Berliner Republik
Aufbau schreibt heute wieder schwarze Zahlen, den Verlag beflügeln neue Perspektiven. Wo soll Aufbau in zehn Jahren stehen? Aufbau war einst „Suhrkamp des Ostens“ und wir wollen unsere Stellung als einer der führenden Literaturverlage der Berliner Republik ausbauen.
Die Übernahme des Eichborn Verlags ist an Widerständen in Frankfurt gescheitert. In die bereits reservierten Räume zieht nun die Ueberreuter Verlagsgruppe als Mieter ein. 2012 heben Sie mit dem Ueberreuter-Eigner Thomas Salzer eine unabhängige Vertriebsgesellschaft aus der Taufe, die ihr Serviceportfolio in einem späteren Schritt auch anderen Verlagen anbieten wird. Was planen Sie für die Zukunft, stehen weitere Zukäufe auf der Agenda?Wie man an der „BMV – Berliner Medien Vertriebsgesellschaft“ sieht, müssen es nicht immer Zukäufe sein. Es sind die unterschiedlichsten Kooperationsformen denkbar. Der Plan war immer, um Aufbau als Mutterschiff herum verschiedene Verlage zu gruppieren, die vielleicht stärker programmatisch auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet sind. Das andere ist, Vertriebspartner zu finden, die zu uns passen. Wir werden mit der neuen Gesellschaft nach weiteren vertrieblichen Allianzen suchen, die unseren Marktauftritt stärken.
Ein Sprung aus der analogen und haptisch anspruchsvollen Welt in den Kosmos der Bits und Bytes. Investieren Sie auch in Strukturen, die den Verlag fit machen für digitale Buchsatelliten?Wir haben beschlossen, eine Stabsstelle für die digitale Vermarktung einzurichten. Es reicht natürlich nicht aus, bestehende Bücher einfach in E-Books zu übersetzen. Die neue Verlagseinheit wird sich damit beschäftigen, im Bereich der elektronischen Medien völlig neue Formate und Inhalte zu entwickeln.
Warum sollte man zum Beispiel nicht über Rollenspiele mit literarischer Anbindung nachdenken? Die digitale Technologie und das Internet ermöglichen Produktformen, die wir heute noch gar nicht kennen. Daran arbeiten wir.
Die Fragen stellte Rainer Uebelhöde » vollständiges Interview als PDF
